Fein- und Grobmotorik

Liebe Eltern

 

Schön sie hier wieder zu sehen zu unserem dritten Blog Box Beitrag.

Heute möchte ich über das Thema der Grob- und Feinmotorik sprechen und euch aufzeigen, wo und wie wir diesen Entwicklungsbereich eurer Kinder fördern.

 

Zuerst etwas Theorie

Die Entwicklung der Motorik folgt einer Regel, und zwar dass sich das Kind vom Kopf abwärts und von innen nach aussen entwickelt. Dass kann man daran beobachten, dass das Kleinkind zuerst den Kopf hebt und dann erst beginnt die anderen Körperteile zu bewegen. Je näher die Muskeln am Gehirn liegen, desto eher reifen sie.

Unter Grobmotorik versteht man alle grossen Bewegungen wie zum Beispiel: Krabbeln, Laufen, Hüpfen, Springen und Klettern. Das Gehirn lernt während der Entwicklung immer gezieltere und bessere Befehle an die Muskeln zu geben. 

Mit der Feinmotorik sind die kleinen Bewegungen von Händen und Fingern gemeint. Zum Beispiel etwas ergreifen, Puzzleteile legen oder Zeichnen.

In der Entwicklung der Feinmotorik ist bei den Kleinkindern folgendes zu beobachten: Zuerst strecken sie die Hand nach Dingen in ihrer Nähe aus und greifen diese mit der ganzen Hand. Dies nennt man den Schaufel- oder Baggergriff. Je fortgeschrittener die Reifung, desto spezifischer, greifen sie nach Sachen in ihrer Umgebung. Zwischen dem neunten und zwölften Monat wird dann aus dem Schaufelgriff der Pinzettengriff. Damit ist gemeint, dass das Kind etwas mit dem Daumen und dem Zeigefinger aufheben kann.

Die Bewegung und die Intelligenz hängen vielen Studien nach, eng zusammen. Kinder erfahren und erleben ihre Umwelt in dem sie sich in ihr bewegen.

 

Unsere Aufgabe als Institutionen und Fachperson sind hierbei folgende

  • Wir bieten den Kindern Spielangebote, die die Entwicklung der Motorik fördern wie zum Beispiel: Glättperlen, Zeichnen, Puzzle machen, Bohnen sortieren, auf den Spielplatz gehen, im Gumpizimmer toben und vieles mehr.
  • Wir trauen den Kindern zu, Risiken einzugehen und Fehler zu machen. Wir ermutigen sie etwas Neues auszuprobieren und geben ihnen den Freiraum den sie brauchen, um neue Dinge entdecken zu können.

 

Auf den Bildern in der Galerie könnt ihr einige Beispiele unserer Angebote in den Kibe Kitas sehen, wie zum Beispiel die Motorik Wand oder das Bohnen sortieren.

 

Ranja El Bed

Fachperson Stettlen

Erzieherin HF in Ausbildung


Was Spielformen bewirken können und ab wann mein Kind mit anderen spielt

Liebe Eltern 

 

Herzlich willkommen zu einem neuen Kibe Blog Box Eintrag. Heute möchte ich euch zwei Spielformen näherbringen und auf eine sehr häufig gestellte Frage von Eltern eingehen.

Das Spielen ist ein zentraler Teil des Alltages Eurer Kinder. Die Entwicklung des Spielens sieht wie folgt aus:

  • Funktionsspiel – Säuglinge (Die Kinder spielen mit dem eigenen Körper)
  • Objektspiel – ab dem zweiten Lebensjahr (Die Kinder verwenden erste Gegenstände zum Spielen)
  • Konstruktionsspiel – Ab Mitte zweites Lebensjahr (Bauen und Zusammensetzen)
  • Symbolspiele – ab Mitte zweites Lebensjahr (So-tun-Als-ob Spiele)
  • Rollenspiele – ab vier Jahren (Spielgeschichten)
  • Regelspiele – ab ca. 5 Jahren (Brettspiele usw.)

 

        Im heutigen Beitrag möchte ich mich auf das Symbolspiel und Rollenspiel konzentrieren.

 

 

Das Symbolspiel beginnt etwa ab 1 ½ Jahren und wird dann immer wie ausgeprägter zwischen 2 bis 3 Jahren. Die Kinder spielen Szenen aus dem Alltag nach. Zum Beispiel beginnen sie so zu tun, als würden sie kochen, essen, der Puppe den Schoppen geben, sich schlafen legen. Je älter sie werden, desto mehr beginnen sie auch den erweiterten Umkreis nachzuspielen. Zum Beispiel spielen sie den Doktor oder fahren Zug. In diesem Alter beginnen sie auch Gegenstände zu verfremden. Zum Beispiel wird ein Legostein zu einem Telefon oder der Waschkorb zu einem Auto.

Im Symbolspiel sind die Kinder noch auf sich bezogen und folgen keinen Gruppenregeln.

 

Die Bedeutung für die Entwicklung besteht darin, dass das Kind Erlebtes verarbeiten kann und verschiedene Realitäten ausprobiert. Es entwickelt sozusagen seine eigene persönliche lebendige Sprache.

 

 

Das Rollenspiel beginnt ca. ab dem vierten Lebensjahr. Der Unterschied zum Symbolspiel besteht darin, dass die Kinder nun nicht nur Alltagsgeschichten nachspielen, sondern auch Spielgeschichten, die nicht unbedingt real sind, sondern der Fantasie der Kinder entspringen. Die Kinder ersetzen Personen und Gegenstände, die nicht vorhanden sind und setzen dafür andere Dinge ein. Sie spielen gedachte Situationen und Fantasien nach. Die Kinder machen auch Perspektivenwechsel, so kann ein Kind zum Beispiel mehrere Rollen spielen. Es finden viele Gespräche auf der Metaebene statt, damit ist gemeint, dass über das Gespielte gesprochen wird. Zum Beispiel: ,, Chum, du bisch itz dr Hund und ig bi z Mami u ig wär doch go schaffe.’’

 

Die Bedeutung des Rollenspieles für die Entwicklung ist sehr gross. Ich fokussiere mich hier vor allem auf die kognitiven und sozialen Aspekte. Kognitive Entwicklungsmöglichkeiten: Das Kind lernt neue Denkmuster und Verhaltensweisen auszuprobieren. Es wird für das reale Leben trainiert.  Soziale Entwicklungsmöglichkeiten: Das Kind kann im Rollenspiel Konflikte nachstellen und so neue Lösungsmodelle finden. Ein eher schüchternes Kind kann durch die wechselnden Rollen vielleicht auch mal die Hauptrolle übernehmen. 

 

 

Unsere Aufgabe als Fachpersonen bei den Symbolspielen und den Rollenspielen ist es, den Kindern Raum und Zeit zu bieten, anregende Spielangebote zu schaffen, uns zurückzuziehen, um den Kindern unbeobachtete Momente zu bieten und, nur wenn nötig, auch mal Ideen vorzugeben, was die Kinder spielen könnten.

 

Nun abschliessend noch zu einer Frage, mit der sich viele Eltern an uns wenden: Spielt mein Kind mit anderen Kindern?

Hier baut sich die soziale Spielentwicklung folgendermassen auf:

  • Alleinspiel – Jeder spielt mit etwas anderem
  • Beobachtungsspiel – Zuschauen aber noch nicht handeln
  • Parallelspiel – Schauen, was andere machen, mit demselben Material spielen aber noch kein Nachahmen, die Kinder beeinflussen sich nicht gegenseitig
  • Assoziationsspiel – Das Kind nimmt Ideen von den anderen auf, ein kurzes Zusammenspiel findet statt, die Kinder handeln jedoch noch nach ihrem Eigeninteresse
  • Kooperationsspiel – Es besteht ein gemeinsames Ziel, die Kinder beeinflussen sich gegenseitig, das Eigeninteresse wird auch mal zurückgestellt, es werden Aufgaben und Rollen verteilt.

        Es gibt keine konkreten Altersangaben, wann die Kinder vom Parallelspiel zum Assoziationsspiel und dann zum Kooperationsspiel übergehen. Viele Kinder bevorzugen das Parallelspiel auch bis zum Eintritt in den Kindergarten. Doch auch das Parallelspiel erfordert wichtige soziale Fähigkeiten, wie das Teilen und aufeinander Rücksicht nehmen.

 

Ich hoffe, dass Euch der heutige Blog Beitrag gefallen hat und ihr wieder etwas Neues mitnehmen konntet. Bis zum nächsten Beitrag!

 

Ranja El Bed

Fachperson Stettlen

Erzieherin HF in Ausbildung

Einblick in unser Malatelier

Liebe Eltern

Herzlich begrüsse ich euch zu unserem ersten Kibe Blog Box Eintrag. Wie ihr bereits den Newslettern entnehmen konntet, haben wir unser Malatelier nun eingeweiht und sind schon fleissig dabei dies zu nutzen.

Doch was passiert im Malatelier genau? Was braucht es damit sich die Kreativität der Kinder voll und ganz entfalten kann?

Unsere Aufgabe als pädagogische Fachpersonen ist es ein Klima zu schaffen, in dem Kreativität passieren kann. Dieses Klima setzt sich aus mehreren Aspekten zusammen: 

  • Die Kinder fühlen sich angenommen und als Ganzes akzeptiert
  • Die Umgebung spielt mit, wir lachen viel und auch Missgeschicke haben Platz
  • Es steht genügend Zeit zur Verfügung 
  • Es gibt genügend Möglichkeiten, um seine Kreativität auszuleben

Im Atelier finden ganz verschiedene Aktivitäten statt. Wir malen, basteln und kreieren mit euren Kindern. Zwei Arten, wie man aus pädagogischer Sicht eine Aktivität durchführen kann, möchte ich euch heute etwas genauer erklären. 

 

Produktorientierte Aktivität

Die Produktorientierte Aktivität zeichnet sich dadurch aus, dass am Ende des Gestaltens etwas konkretes entstehen soll: Ein Produkt. Zum Beispiel, wenn wir ein Huhn basteln für die Dekoration. Es gibt eine klare Vorstellung davon, wie dieses Huhn aussehen sollte.

Die Vorteile einer solchen Aktivität sind:

  • Das Kind lernt einer konkreten Anleitung zu folgen
  • Es erfüllt das Kind mit Stolz, wenn ein Produkt fertiggestellt wurde, dies bestärkt ihr Selbstbewusstsein
  • Die Kinder lernen neue Fähigkeiten indem sie uns nachahmen, um an das konkrete Ziel zu gelangen

Die Nachteile solcher Aktivitäten könnten folgende sein:

  • Je nach Alter kann das Kind mit einer solchen Aufgabe überfordert sein, die Aktivität muss also zwingend dem Alter der Kinder angepasst werden.
  • Es gibt dem Kind weniger Freiraum, die eigene Kreativität auszuleben und um eigene Ideen zu entwickeln.

Prozessorientierte Aktivität

Bei der prozessorientierten Aktivität geht es simpel gesagt darum, dass der Weg das Ziel darstellt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass freie Wahl gelassen wird: Womit, wie und wie lange man sich kreativ ausdrücken möchten. 

Wir stellen die Materialien zur Verfügung und die Kinder können ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Die Vorteile einer solchen Aktivität sind folgende:

  • Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt
  • Es besteht keinerlei Druck, wie das Endprodukt auszusehen hat
  • Es gibt keine Vergleiche unter den Kindern, da jeder etwas ganz Individuelles gestaltet hat

Die Nachteile dieser Aktivität könnten sein:

  • Das Kind fühlt sich mit der Freiheit und Auswahl überfordert, weiss nicht wo anfangen

Als Abschluss aller Aktivitäten empfinden wir ein gemeinsames Reflektieren, also über das Gestaltete und Gebastelte zu sprechen, als sehr wertvoll. Eure Kinder erhalten so Zeit und Raum, um zu erzählen was sie gestaltet haben und wie es ihnen dabei erging. Dabei machen wir auch ab, was nun mit dem Endprodukt passiert, ob wir es aufhängen oder mit nach Hause geben. Dadurch, dass wir ihre Kunst aufhängen, vermitteln wir den Kindern Wertschätzung für ihre erbrachte Leistung.

 

Beides hat seine Vorteile und Nachteile und deshalb glauben wir daran, dass eine gute Abwechslung von produkt- und prozessorientierten Aktivitäten der beste Weg ist, um den Kindern möglichst viel Entwicklungsmöglichkeiten bieten zu können. 

 

Wir hoffen, ihr konntet etwas Neues mitnehmen aus diesem ersten Blog Box Beitrag und freuen uns auf den nächsten!

 

Ranja El Bed 

Fachperson Stettlen

Erzieherin HF in Ausbildung